Der 3. Anzug passt – Frankfurt Hero 2026
Das Sportjahr 2026 war für mich ein ziemlich langes und die Anspannung von Januar bis August fast gleichbleibend hoch.
Ich wollte den 3. Anlauf wagen und endlich den Frankfurt Hero für mich gewinnen.
2020 scheiterte der 1. gleich nach dem Frankfurt Halbmarathon an Corona. 2025 der 2. Versuch mit teils schlampigen Anmeldeversuchen zur richtigen Zeit kosteten den Fokus auf die sportliche Vorbereitung. Für Halbmarathon und den Radklassiker Eschborn-Frankfurt kam ich nur über die Tauschbörsen an die Startplätze. Auch dazu gehört, dass man mit tauglichem Sportgerät an den Start geht. 3 Platten wegen eines defekten Hinterrades ließen den Radklassiker „um den Henninger Turm“ zum Debakel werden und die Motivation für den Triathlon war dahin. Mit dem „kleinen“ Hero wollte ich mich nicht zufriedengeben.
Mit etwas Überredung hat mich meine liebe Frau dann ein drittes Mal gewähren lassen.
Damit war in diesem Jahr die eigentliche Ruhephase nach den beiden Winter-Langlauf-Wettkämpfen sehr schnell vorbei. Vorbereitungen im Frühjahr für Wettkämpfe im längeren Distanzbereich ist seit jeher nicht meine Zeit, jedoch mit der Hero-Motivation im Rücken ging es dann doch von Woche zu Woche besser. 2 1/2 Wochen vor dem Wettkampf dann der Voll-Stop. Den ganzen Winter über hatte ich nix (gar nix), dann 3 Tage mit Fieber im Bett. Nach einer Woche habe ich mich gaanz langsam in Bewegung gesetzt. 2 lange Läufe habe ich bis Mitte März gerade so noch hinbekommen. Bei hervorragendem Laufwetter (kühle Temperaturen, nur wenig Wind und Sonnenschein) konnte ich, etwas überraschend, eine ganz ansprechende Zeit auf den Frankfurter Asphalt bringen, wenn auch die 1:35h etwas weiter weg waren als noch im Jahr zuvor.
Auch danach wieder nur eine ca. 10-tägige Erholung. Viel Zeit ist nicht zwischen 22.03. und 1. Mai. Dann mussten zwangsläufig und endlich Freiland-Radkilometer her. Zwar hatte ich im Winter auf der Rolle schon etwas vorgearbeitet, aber ein reiner Sardinien-Wanderurlaub wäre etwas kontraproduktiv gewesen. 300 km und 3-Tage-Leihbike später war ich wieder etwas entspannter (die Rad-Pannen-Story des Jahres bleibt hier unerwähnt). Wie fast alles in diesem Jahr, es währte nicht sonderlich lange. DER Buchen-Pollentag des Jahres und ein weiterer Infekt legten mich 6 Tage vor Race-Day nochmals lahm.
Sehr viel Selbstdisziplin, Wille, viel Schlaf und alle erdenklichen Hausmittel in kürzest möglicher Abfolge, machten es möglich, mich zwei Tage vor dem Rennen nochmal aufs Rad zu setzen und zu testen, ob es Sinn macht, die 100-km-Schleife durch den Taunus in Angriff zu nehmen. Es machte!, obwohl noch nicht alle der Höhlen und Nebenhöhlen frei waren.
Nun verstehe ich als Läufer und Tria nicht viel, oder besser gar nix von Radrennen, aber die Taktik vom letzten Jahr ging wieder voll auf. Im Flachen eine Gruppe suchen, die speedmäßig passt und die Anstiege im eigenen Tempo hoch. Kein Sturz, kein Platten, den Mammolshainer auf der letzten Rille und ein Krampf in beiden Beinen bei der Zieldurchfahrt – geschenkt.
Dabei wirklich nichts verschenkt und eine Sub10 als selbstgestecktes Ziel vor Beginn des finalen Durchgangs des Dreikampfes war durchaus realistisch.
Von jetzt an ging es auf eher bekanntes Trainings- und Vorbereitungsprogramm zum Mitteldistanz-Triathlon, so die Erwartung und der Plan.
Die Generalprobe mit der Olympischen Distanz bei der TreeTops VM am Edersee ging so richtig daneben. Es waren mit Abstand die heißesten Temperaturen bei einem Triathlonwettkampf, den ich in den letzten 19 Jahren absolviert hatte und zum ersten Mal bin ich regelrecht übergekocht. Mit etwas Glück, Erfahrung und auch hier wieder Disziplin, konnte ich finishen. Der Körper hat sich allerdings 10 Tage Zeit gelassen, bis er für weiteres Training wieder zu gebrauchen war.
Also dann, auf zur letzten Präparationsphase. Zunächst wollte ich meinen etwas eingerosteten Lauftrott mit Intervalltraining aufpeppen. Schon bei der 2. Einheit ging der Rücken zu, nach Jahren ohne Probleme. Warum nur in diesem Jahr? Dank meinem neuen Hausarzt, den ich zum Glück nicht lange zur krampflösenden Spritze überreden musste und Doro, die alles wieder an die richtige Stelle ruckelte, konnte ich nach erneuten 10 Tagen Pause das Training wieder aufnehmen, aber vom Intervall Abstand. Von jetzt an keine Experimente mehr!
Ok, gut, ein kleines noch. Ähnlich dem Frühjahr stand wieder die Kombi Wandern+Training an. Zunächst erholte sich der Rücken auf der 6-tägigen Alpentour unerwartet gut und danach führte uns ein eher zufälliger Stopp mit dem Camper an den Walchsee, sicher einigen bekannt von der Kaiserwinkl-Challenge. Beste Trainings- und Erholungsbedingungen auf allen Teilstrecken vorprogrammiert und ausgenutzt.
Danach nur noch lockere Einheiten, etwas runterfahren und auf den Wettkampf einstimmen … Gedacht, aber leider nicht eingetreten. Das Spiegelbild zum Frühjahr holte mich doch noch einmal ein, glücklicherweise etwas früher vor dem Wettkampf und die Delle nicht so tief. So konnte ich zum Schluss alle 3 Disziplinen nochmal einzeln testen. Schwimmen war wichtig, um zu wissen, ob ich die in diesem Jahr häufig auftretenden Wadenkrämpfe in den Griff bekomme und Laufen ebenso, da es wieder extrem heiß werden sollte.
Zum Glück fügte sich zum Sonntag, 2.8.2026 alles gut zusammen. Dank geänderter Logistik (man hatte sich mit der Firma Sehring überworfen) war der Weg am Morgen zum Start sehr schwierig. Ich entschied mich, mit dem Camper in die Nähe vom Waldsee zu fahren, da zu übernachten und relativ entspannt zum See zu radeln. Erst früh vor dem Wettkampf einzuchecken, hatten sich viele andere auch überlegt, was die Vorstartphase etwas hektisch erscheinen ließ. Da aber der Rest der Logistik nahezu perfekt, die Nacht angenehm kühl und das Wasserthermometer wohl am Tag vorher bereits auf 24,4 °C „festgeklemmt“ wurde, sorgte der Neo-Start für merkliche Entspannung.
Die Wade ließ mir die nötige Ruhe beim Schwimmen, der Wind auf dem Rad kam wirklich nur ganz kurz aus Nord-Ost (Schwanheimer Brücke), die intelligente Ernährungsstrategie auf dem Rad war erfolgreich und vor dem Laufen habe ich mir gesagt: Uwe, du läufst jetzt nicht so schnell, wie du kannst, sondern nur so schnell, dass du sicher ins Ziel kommst.
Genauso kam es (ok, Runde 3 von 4 war zum Beißen) und die Zielzeit war mehr als getroffen.
Damit bin ich jetzt als 25-jähriger Hesse und schon irgendwie mit dem Land und der Stadt verbunden – Frankfurt Hero Champion.
Bin keiner, der damit jetzt durch Talkshows tingeln würde, aber ein bissl stolz darauf bin ich schon.
Mit Ü60 über einen so langen Zeitraum am Ball und fokussiert zu bleiben ist schon cool. Vor 20 Jahren hätte ich mich wahrscheinlich dafür belächelt. Und dass es viele in unserem Verein gibt, die das genauso machen und können, macht mich froh und glücklich, diese Leute zu kennen.
Ergebnisse:
| Platz | Vorname | Nachname | Verein | AK | Frankfurt HM | Velotour Classic 100 | Frankfurt City Tria (MD) | Gesamtzeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Max | Fetzer | Mengens Triathleten | M30 | 01:12:11 | 02:29:52 | 03:47:39 | 07:29:42 |
| 2 | Bastian | Liewig | DSW12 Darmstadt Triathlon | M40 | 01:17:16 | 02:38:40 | 04:08:18 | 08:04:14 |
| 3 | Kevin | Marchel | Eintracht Frankfurt | M35 | 01:22:04 | 02:39:31 | 04:11:44 | 08:13:19 |
| 17 | Uwe | Martin | TreeTops TSG Neuenhain | M60 | 01:37:04 | 03:02:47 | 04:50:38 | 09:30:29 |





