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Die Idee vom Ironman

Von 14. Juli 2025Juli 27th, 2025Triathlon, Wettkämpfe6 Minuten Lesezeit

Es begann alles im Oktober 2023.

Damals war ich wegen einer Lungenentzündung ein paar Tage außer Gefecht gesetzt. Der Lungenfacharzt riet mir ein paar Tage an der Nordsee zu verbringen.

Ich bin eigentlich keine Leseratte, aber das Buch von Thorsten Schröder (Tagesschau-Sprecher) wollte ich immer schonmal lesen. Das war dann der Anfang. Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen verschlungen. Beeindruckt hat mich, wie plastisch er erzählt und welche Sorgen und Ängste er bei einer solchen Distanz hatte.

Er war zwar zu diesem Zeitpunkt zwanzig Jahre jünger als ich, aber es waren die gleichen Fragen, die ich mir auch stellen würde. So wuchs die Idee, es tatsächlich einmal mit entsprechendem Vorlauf zu versuchen.

Das Erste, was ich nach meiner Rückkehr gemacht habe, war mit Maria sprechen. So ein Vorhaben ist nur umsetzbar, wenn die Familie ohne Vorbehalte dahintersteht. Nachdem ich da grünes Licht bekommen hatte, habe ich da schon angefangen meine Trainingsumfänge zu erhöhen und ein paar Dinge in Richtung Ernährung usw. zu verändern.

Allerdings habe ich noch bis Februar 2024 gewartet, bis ich offiziell über mein Vorhaben gesprochen habe. Das war dann an einem geselligen Abend auf Lanzarote. Der Zuspruch war sehr groß und Doro und Reini haben mir sofort Ihre Hilfe angeboten, die ich auch sehr gerne angenommen habe.

Da ich schon so viel über Roth gehört hatte, was sie die favorisierte Veranstaltung, auch wenn der Ironman dort „Challenge“ heißt. Nachdem ich mich geoutet hatte, bekam das Thema auch ganz schnell eine gewisse Dynamik.

Es wurden Trainingspläne ausgearbeitet, die meinen Grundlagen und Ausdauerbereich in einen optimalen Zustand bringt. Wer mich kennt der weiß, dass ich dazu neige bei den Intensitäten zu überziehen. Dort wurde ich von Reini immer schön eingebremst, bis dass ich verstanden hatte, worum es in den nächsten Monaten ging.

Da war ja aber noch die Anmeldung in Roth, die gar nicht so einfach zu bekommen war. Ich hatte mich zur Challenge 2024 mit Reini und Didi verabredet, um mir das ganze Vorort schon einmal anzuschauen.

Geplant war dann, dass ich mich in der Nacht von Sonntag auf Montag anstelle, um ein Ticket zu bekommen. Soweit kam es aber nicht.

Reini als mehrfacher Roth Teilnehmer hat seine Kontakte spielen lassen und ich habe schon vorab ein Ticket bekommen. Das Wochenende in Roth war aber trotzdem sehr wichtig. Ich war jetzt ganz sicher mir den richtigen Ort für eine Langdistanz ausgesucht zu haben.

Ich möchte das etwas abkürzen. Es folgten dann viele Wochen mit 12-15 Trainingsstunden. Das Arbeiten war zeitweise echt lästig. Im Frühjahr habe ich mich dann nochmal in der Gruppe auf Lanzarote und Mallorca vorbereitet.

Zwanzig Monate und – zehn Kilo später war es dann soweit. Ich fühlte mich gut vorbereitet und freute mich auf den Wettkampf. Am 06. Juli 2025 sollte es losgehen.

Ein paar Tage vorher kam dann schon die erste unerwartete Nachricht. Normalerweise ist Roth eine Bank, wenn es um den Einsatz des Neos beim Schwimmen geht. Zum ersten Mal in der Historie von Roth war die Wassertemperatur zu hoch. Das blieb auch so. Ich musste mir dann auch noch einen Swim Suit besorgen.

So kam ich unerwartet auf die Sailfish Homepage.

Der Wettkampftag

Aufstehen 4:45 Uhr, Essen und ab zum Schwimmstart. Noch immer war die Vorfreude auf den Wettkampf ziemlich groß.

Pünktlich um 7:55 Uhr ging es in Wasser. Ich habe mich die ganze Zeit gut gefühlt und habe bis jetzt noch keine Ahnung, warum ich so lange gebraucht habe. Es gab tatsächlich viel Feindkontakt, die aber das langsame Schwimmen nur teilweise erklären.

Die Wechselzone aufs Rad war unproblematisch, wenn auch nicht besonders schnell. Das Radfahren war ok und hat Spaß gemacht. Der ständige Wind von vorne und die vielen Gels haben es dennoch nicht leicht gemacht. Immerhin konnte ich auf der Strecke mehr als dreihundert Mitstreiter überholen.

Besonders beeindruckend war der Service in der Wechselzone aufs Laufen. Dort bekam man eine persönliche Betreuung, die sehr hilfreich war. Die ersten dreizehn Kilometer Laufen waren sehr ermutigend.

Ich war tendenziell sogar schneller als wir es verabredet hatten mit dem Gefühl, wenn ich jetzt noch ein wenig Tempo rausnehme, laufe ich das mehr oder weniger locker nach Hause.

Leider kam es nicht so.

Ab dem genannten Zeitpunkt meldete sich mein Rücken. Ein Konstruktionsfehler, den ich schon seit meinem 20. Lebensjahr mit mir rumtrage. Ich wusste jetzt wird es mühsam, weil der latente Schmerz immer größer wird.

Bei KM 24 wusste ich nicht, ob ich es beenden kann. Ich wollte aber auf keinen Fall nach dem ganzen Invest mit leeren Händen dastehen.

So habe ich es mit ein wenig Willen und der Unterstützung der großartigen Menschen an der Strecke zu Ende gebracht.

Wie geht es mir heute?

Die Beine könnten schon wieder los. Rücken und Magen sind davon noch ein gutes Stück entfernt. Die vorbehaltlose Freude kann ich leider noch nicht empfinden.

Ich bin natürlich sehr froh es geschafft zu haben, aber die eigentlich vielversprechende Trainingsperformance konnte ich nicht in Ergebnisse umwandeln.

Vielleicht muss man aber auch etwas demütiger und dankbar sein, dass man so etwas in meinem Alter noch leisten kann bzw. darf.

Kommt bestimmt noch!!

An der Stelle möchte ich mich aber nochmal herzlich bedanken.

Bei meiner Familie; in erster Linie bei Maria, die mich die ganze Zeit ertragen musste, aber auch bei meinem Sohn, der den weiten Weg aus Aachen auf sich genommen hat, um in meiner Nähe zu sein.

Die Nächsten sind Doro und Reini, die mich perfekt unterstützt und vorbereitet haben.

Auch möchte ich mich bei Nadja und Manuel bedanken, die mir als Rookie immer das Gefühl gegeben haben, dass ich bei diesem Wettkampf besonders wichtig bin.

Und dann die tollen Menschen vor Ort die geholfen haben mich durch die schwierigen Momente zu bringen. Nicht zu vergessen auch die die von Hause mitgefiebert haben. Ich habe etliche Nachrichten erhalten.

Fazit

Es war eine tolle Zeit. Ich hatte aus allen Richtungen perfekte Unterstützung. Die Trainingsphase hat großen Spaß gemacht. Mit dem Ergebnis hadere ich noch etwas, aber vielleicht kommt das ja noch.

Auf jeden Fall kann ich meinen Enkeln erzählen:

Euer Opa ist ein Ironman.